Wie baut unser Körper Alkohol ab?
Alkohol ist ein Zellgift. Doch wie baut unser Körper Alkohol eigentlich ab? Bereits nach dem ersten Schluck beginnt der Stoffwechsel, den Alkohol abzubauen und aus dem Körper zu entfernen.
Wo wird Alkohol im Körper abgebaut?
Ein kleiner Teil wird über die Nieren, die Lunge und die Haut ausgeschieden. Der grösste Teil des Alkoholabbaus findet jedoch in der Leber statt.
Acetaldehyd: Das giftige Zwischenprodukt
Dort wird Alkohol zunächst durch das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) in Acetaldehyd umgewandelt. Dieses Zwischenprodukt ist giftig und trägt zu den gesundheitsschädlichen Wirkungen von Alkohol bei.
Wie wird Alkohol vollständig abgebaut
Anschliessend wird Acetaldehyd durch ein weiteres Enzym, die Acetaldehyddehydrogenase, zu Acetat umgewandelt und im weiteren Stoffwechsel abgebaut.
Die beiden Schlüsselenzyme für den Alkoholabbau sind also die Alkoholdehydrogenase (ADH) und die Acetaldehyddehydrogenase (ALDH).
Warum vertragen manche Menschen mehr Alkohol als andere?
Vielleicht kennst du das: Während manche Menschen schon nach einem Glas Wein deutliche Auswirkungen spüren, scheinen andere deutlich mehr Alkohol zu vertragen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Neben Körpergewicht, Körperzusammensetzung, Trinkgeschwindigkeit und der aufgenommenen Alkoholmenge spielen auch genetische Unterschiede und die individuelle Gewöhnung eine Rolle.
Beim Alkoholabbau sind vor allem zwei Enzyme beteiligt: die Alkoholdehydrogenase (ADH) und die Aldehyddehydrogenase (ALDH). Die ADH wandelt Alkohol (Ethanol) zunächst in Acetaldehyd um. Dieses Zwischenprodukt ist giftig und krebserregend. Anschliessend wird es durch die ALDH zu Acetat abgebaut, das der Körper weiterverwerten kann.
Die Aktivität dieser Enzyme unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Bestimmte genetische Varianten können dazu führen, dass Alkohol schneller zu Acetaldehyd umgewandelt oder Acetaldehyd langsamer abgebaut wird. Dadurch kann sich Acetaldehyd im Körper anreichern. Das kann beispielsweise zu einer Gesichtsrötung, Übelkeit, Herzklopfen oder Kopfschmerzen führen. Solche Varianten kommen in einigen Bevölkerungsgruppen häufiger vor, können aber auch bei Menschen anderer Herkunft auftreten. Auch regelmässiger Alkoholkonsum kann die Reaktion auf Alkohol verändern. Bei längerfristig hohem Konsum kann der Körper bestimmte Stoffwechselwege, darunter das sogenannte mikrosomale ethanoloxidierende System (MEOS), verstärkt nutzen. Gleichzeitig kann sich das Nervensystem an die Alkoholwirkung anpassen. Dadurch spüren manche Menschen die beeinträchtigende Wirkung weniger stark, obwohl ihre Blutalkoholkonzentration weiterhin erhöht sein kann.
Eine höhere Alkoholtoleranz bedeutet jedoch nicht, dass Alkohol weniger schädlich ist. Wer grössere Mengen trinken kann, ohne sich deutlich betrunken zu fühlen, ist nicht vor gesundheitlichen Folgen geschützt. Alkohol und seine Abbauprodukte können weiterhin Zellen und Organe schädigen. Insbesondere Acetaldehyd ist als krebserregend eingestuft. Das individuelle Risiko hängt unter anderem von der konsumierten Alkoholmenge, der Häufigkeit des Konsums und genetischen Faktoren ab.
